Nah- oder Weitblick? Tagesgeschäft oder Strategiearbeit?

Nah- oder Weitblick? Tagesgeschäft oder Strategiearbeit?

Der Weg führt über eine Almlandschaft, sanfte Hügel, saftige Wiesen übersät mit großen Steinen. Dazwischen grasen friedlich Schafe. Sie schauen aus müden Augen und lassen sich durch die wenigen Wanderer nicht stören. Links von mir geht es ziemlich steil bergab, es gibt einen weiten Blick in ein breites Tal. Dort unten ist die Zivilisation, hier oben die Idylle.

Fast. Wenn nicht…

… auf dem Wiesenweg so viele Hinterlassenschaften der Schafe liegen würden.

Es ist rutschig, denn es liegen dicht an dicht diese Häufchen. Dazwischen sogar noch Kuhfladen, in die ich auf keinen Fall treten will. Ich stelle mir vor, dass meine Wanderschuhe vor meinem Bett in der nächsten Herberge stehen – nein, diesen Geruch möchte ich nicht ertragen.
Also lasse ich es sein, das schöne Tal und die dahinterliegenden Berge zu betrachten, sondern achte Schritt für Schritt, wohin ich trete.

Ich war stolz auf mich, die Lektion verstanden zu haben:

Wenn du nicht in Sch… treten möchtest, achte auf den nächsten Schritt!
Der Weg führt von der Alm weg in einen kleinen Wald, allerdings sind auch hier die Tretminen verteilt. Hier funktionierte meine Entscheidung – ich achte auf den Weg, nicht auf die Landschaft – wunderbar.

Das funktionierte gut bis ….

ein Schlag gegen meine Stirn mich stoppt. Das tut weh, verwundert und verärgert blicke ich auf und sehe, dass ein Ast in meiner Kopfhöhe quer über dem Weg hängt.
Verdattert setze ich mich auf den Waldboden. Was an meiner Erkenntnis von vorhin war falsch? Doch nicht auf die nächsten Schritte achten? Mache ich immer alles falsch? Sind meine Entscheidungen immer falsch? Dieser Schlag gegen meine Stirn brachte mich in tiefstes Selbstmitleid.

Bis mir klar wird, dass mich das nicht weiterbringt.

Also, aufstehen und weitergehen. Und zwar so, wie es eben im Leben ist:
Wenn ich zu weit in die Zukunft blicke, erkenne ich die Tretminen vor meiner Nase nicht.
Wenn ich nur darauf achte, nicht in die Sch… zu treten, sehe ich weder die Schönheit um mich herum, noch weiß ich, wohin ich gehen soll.

Meine Erkenntnis:

Der Mix macht es – mal so, mal so – und immer auf Überraschungen gefasst sein. Das macht es doch spannend, oder?

Und ist es im Business nicht genauso? Sind wir nicht hin- und hergerissen zwischen dem Tagesgeschäft und den Visionen?

 

 

 

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