Listen-Persönlichkeit oder Spontan-Typ – wer kommt schneller zum Ziel?

Listen-Persönlichkeit oder Spontan-Typ – wer kommt schneller zum Ziel?

Direkt am ersten Tag auf meinem Pilgerweg gibt es eine Begegnung von 2 Österreichern, die mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen den Pilgerweg beschreiten.

Ich dachte gerade darüber nach, wie ich mich sprachlich verständigen werde, denn ich freue mich auf die Begegnungen hier in Spanien.  Der feste Vorsatz, ein paar Wörter Spanisch zu lernen scheiterte im Vorfeld. Weder die Zeit noch die Motivation passte.

 

Jo Kruzitürken, des hob ich ma anderscht vurgstellt…

tönte es vor mir. Eindeutig keine spanischen Wörter, auch keine deutschen, wie ich es von Zuhause kannte, sondern steirischer Dialekt vom feinsten. Damit kenne ich mich aus, schließlich bin ich dort geboren und aufgewachsen.

Ein älterer Herr, gekleidet mit Lederhose, kariertem Hemd, Bergschuhen und Schlapphut tauchte vor mir auf. Die größte Überraschung im Erscheinungsbild war sein Rucksack. Von wegen Hightech mit Schnallen und Taschen. Ein Lederrucksack mit dünnen Riemen, so wie ich ihn von früher kannte.  Servus, griast di – gab ich mich als Landsmännin zu erkennen. Gut, dass die Spanier dein Gefluche nicht verstehen, begann ich unser Gespräch.

 

Der unterschiedliche Aufbruch

Ich wiederhole jetzt nicht, was dann noch alles auf Steirisch ertönte, er war ziemlich verzweifelt. Auch er war den ersten Tag unterwegs, allerdings hat er sich alles ganz anders vorgestellt. Die Pilgerreise war eine spontane Idee, ohne Vorbereitung ist er einfach losgefahren. Er ging davon aus, dass der Nordweg in Spanien am Meer entlang läuft und nicht über Hügel, Berge, Wälder und schmalen Bergsteige. Und jetzt am ersten Tag bereute er es bereits.

Wir gingen gemeinsam weiter, er erzählte mir von seinem spontanen Aufbruch und auch fast sein halbes Leben – das ist meist so unter Pilgern.

Abends trennten wir uns – er suchte die nächste Kneipe, denn er brauchte auf den Schrecken des ersten Tages ein ordentliches Bier. Ich habe ihn nicht mehr getroffen, daher weiß ich auch nicht, wie ihm das Bier geschmeckt hat…

 

Und in mir reifte die erste Erkenntnis:

Ich gehöre definitiv zu den Vorbereitungs-Listen Typ, eine solche Reise würde ich nie spontan machen. Nein, ich akzeptiere meinen Weitblick und meinen Sicherheitsfimmel. Damit fühle ich mich wohler. Punkt. Oder gibt es da doch noch etwas anderes?

 

Ein sehr interessantes Forschungsfeld, das viel über Ängste und Vertrauen in das Leben aussagt…

So hilfreich mein Vorbereitungsfimmel auch sein mag und meine Liebe zu Checklisten, manchmal tut ein Schritt ins kalte Wasser gut. Er öffnet den Blickwinkel, denn die unerwarteten Situationen bergen so viel Schönes in sich.

Wie gut, dass ich auf dem Pilgerweg genau das so oft erfahren durfte. Mein Blickwinkel hat sich definitiv verändert.

 

Zu welchem Typ gehören Sie in Ihrem Leben und in Ihrem Business?

Eher der Vorbereitungs-Checklisten-Überblickbehalter Typ? Vermutlich ist da schon was daran, sonst wären Sie nicht auf meiner Webseite gelandet.

Dabei ist es so spannend auch mal das Gegenteil auszuprobieren. Zu erforschen, wie es sich anfühlt, unvorbereitet in eine Situation zu gehen. Den “ich gebe mir keine Blöße”-Anspruch zur Seite zu legen. Vielleicht ist ja das nächste Wochenende ein gutes Übungsfeld dafür.

Viel Spaß dabei!

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