Warum immer so wie die anderen?

Den Jakobsweg zu gehen bedeutet Start in St. Jean Pied de Port . Dies ist ein kleiner Ort am Fuße der Pyrenäen, nahe der französich-spanischen Grenze. Stimmt das? Nicht wirklich. Die Jakobswege ziehen sich durch ganz Europa, der Camino Francais ist nur der bekannteste und der startet in diesem kleinen Ort. Allerdings ist die erste Etappe, die über die Pyrenäen nach Spanien hinein führen, sehr anstrengend. ( 25,8 km, 7:45 h Wanderzeit, 1.356 hm Aufstieg und 560 hm Abstieg).

Ich hatte schon bei meinem ersten Versuch die Erfahrung gesammelt, dass ein anstrengender Beginn ein schnelles Ende dieser Reise bedeutet. Also war mir klar, dass das eine zu große Anstrengung für mich ist. So habe ich mich entschieden, nach Pamplona anzureisen und von dort aus zu starten.

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Von der Sucherin zur Forscherin

Ich hatte das Gefühl, ich beschäftige mich ständig mit dem Thema Suchen: suchen nach Glück,  nach Lösungen, nach Zufriedenheit, nach neuen Informationen, nach Herausforderungen, die mich näher zu mir bringen. Das war wohl auch der Grund für meinen tiefen Wunsch, den Jakobsweg zu gehen.

Meine Suche hat mir viele wunderbare Erkenntnisse gebracht, die ich gerne mit teile und doch hörte  der Wunsch nach „mehr“ nicht auf.

2018 war ich in Dänemark und besuchte eine Veranstaltung mit John de Ruiter, einem kanadischen Philosophen, natürlich auf der Suche nach einem Stückchen Erleuchtung… Naja, Erleuchtung ist hoch gegriffen – mehr innere Zufriedenheit, das trifft es besser.

Innere Intelligenz – Kann ich mich darauf verlassen?

Nach so vielen Wochen, nach so vielen Erkenntnissen, Erlebnisse und Abenteuer – jetzt darf ich den Bus zu meinem Rückflug nach Deutschland nicht verpassen….

Meine Reise ist zu Ende, meine letzte Übernachtung in einem Hostel. Auch hier gibt wieder eine einprägsame Begegnung mit meinem Mitbewohner. Es ist so bewunderswert zu sehen, mit welchen Handycap diese Reise gelingen kann – aber das ist eine andere Geschichte.

Nun, mein Bus nach San Sebastian startet um 5.00 Uhr morgens.  Alles ist vorbereitet, alles griffbereit um morgens so leise wie möglich das Zimmer zu verlassen. Ich bin müde und schlafe schnell ein.

Plötzlich schrecke ich aus dem Schlaf hoch.

No Pain no Glory! Stimmt nicht – Schluss mit der Überanstrengung

2013 bin ich das erste Mal auf den Jakobsweg gestartet. Leider endete dieser Versuch nach 10 Tagen, mein Partner hatte ein kaputtes Knie und wir flogen wieder nach Hause. Und ganz ehrlich, ich hätte diesen Weg nicht durchgehalten, meine Beine waren in diesen 5 Wandertagen bereits überbeansprucht.

Wir waren mit dieser Leidensgeschichte nicht alleine. Gesehen und erlebt habe ich in dieser kurzen Zeit einiges: schmerzverzehrte Gesichter von Pilgern, die humpelnd zur nächsten Schlafstätte unterwegs waren. Schlaftrunkene Menschen, die morgens um 5.00 Uhr die Nachtruhe aller im Raum gestört haben – nur um rechtzeitig an der erwünschten Herberge zu sein (rechtzeitig heißt mittags um 12.00 Uhr??!)
Pilger, die ganz klar einen Gehrekord aufstellen wollten, mindestens 30 Kilometer pro Tag müssen es sein…

Aber muss diese Anstrengung wirklich sein?

Für mich war klar: Nein, ich will nicht leiden.

Ich startete 2014 nochmal, diesmal alleine. Und diesmal mit richtiger Vorbereitung:

Nah- oder Weitblick? Tagesgeschäft oder Strategiearbeit?

Der Weg führt über eine Almlandschaft, sanfte Hügel, saftige Wiesen übersät mit großen Steinen. Dazwischen grasen friedlich Schafe. Sie schauen aus müden Augen und lassen sich durch die wenigen Wanderer nicht stören. Links von mir geht es ziemlich steil bergab, es gibt einen weiten Blick in ein breites Tal. Dort unten ist die Zivilisation, hier oben die Idylle.

Fast. Wenn nicht…

… auf dem Wiesenweg so viele Hinterlassenschaften der Schafe liegen würden.

Sind die anderen immer besser?

Die erste große körperliche Herausforderung auf meinem Jakobsweg:  ein Berg (im nachheinein betrachtet, war es ein etwas größerer Hügel…)

Schnaufend schleppte ich mich nach oben, es war so ungewohnt, mit einem schweren Rucksack zu wandern. Aber schon bei meinem ersten Berg richtig losmeckern, das wollte ich dann doch nicht.

 

Schritt für Schritt war meine Devise.