So klappt es mit der Ordnung zu Hause, Rheinische Post, 14.3.2015

Gepostet von am 26. Mrz 2015 in Presse | Keine Kommentare

So klappt es mit der Ordnung zu Hause, Rheinische Post, 14.3.2015

Im Frühling packt viele Menschen das Entrümpelungsfieber. Eine Fachberaterin empfiehlt die Drei-Kisten-Methode.

Langenfeld. Frühjahrsputz – viele Menschen verbinden damit eine große Entrümpelungsaktion, denn Ordnung schafft nicht nur äußerlich wieder den Durchblick, sondern verhilft auch dazu, innerlich aufgeräumter zu sein. Doch wo fängt man an, und wie trennt man sich von Dingen am besten? Ordnungsberaterin Christa Beckers, die auch in Langenfeld und Monheim Seminare gibt, kann helfen.

Warum schaffen es viele Menschen nicht, Ordnung zu halten?

Beckers: Ordnung wird anerzogen. Entweder man lernt sie oder muss sie sich später mühsam aneignen. Im Elternhaus kann man darüber viel lernen und übernimmt bestimmte Muster möglicherweise in sein späteres Leben oder – wenn ein Elternteil vielleicht zu ordnungsliebend war – eben als Protest auch nicht.

Wieso suchen manche Menschen immer wieder ihre Schlüssel?

Beckers: Das Geheimnis von Ordnung ist, dass jeder Gegenstand einen Platz im Haus haben sollte. Ansonsten kann man ewig viel Zeit damit verbringen, Dinge zu suchen.

Wer meldet sich bei Ihnen?

Beckers: Das ist ganz unterschiedlich. Das sind Privatkunden, die einfach mal mehr Ordnung haben möchten, Kleinunternehmer, aber auch viel große Unternehmen, die einfach ein neues Ordnungssystem benötigen.

Wie gehen Sie vor?

Beckers: Zunächst versuche ich herauszufinden, wo das Problem liegt. Dann gehe ich das Thema Wegwerfen und Loslassen an. Ich schaue, ob der Kunde das alleine schafft oder meine Hilfe braucht. Dann überlegen wir uns zusammen, wie man am besten vorgeht und ein passendes System für diese Person oder das jeweilige Unternehmen findet.

Warum so individuell?

Beckers: Weil jeder Mensch andere Bedürfnisse hat. Was für den einen gut ist, ist für den anderen längst nicht gut. Also schauen wir zusammen, wie es für die betreffende Person passt.

Wie kann ich mich denn von Sachen trennen?

Beckers: Das geht am besten mit drei Kisten. Die eine ist für Dinge, die auf jeden Fall weg können, die andere ist die „Vielleicht“-Kiste, und die dritte darf ein Schatzkistchen sein, in das man die Dinge legt, die einem wirklich am Herzen liegen. Bei der „Vielleicht“- Kiste schaut man, ob es wirklich ein sehr großes Unglück wäre, wenn die Gegenstände darin verschwinden würden. Diese überprüft man nach ein paar Tagen erneut.

Und wie schaffe ich Platz auf meinem Schreibtisch?

Beckers: Am besten mit nur drei Ablagekörben: „Eingang“ für neue Unterlagen, die reinkommen, „In Bearbeitung“ für Unterlagen, die gerade jetzt bearbeitet werden, und „Informationen“, für Unterlagen, die immer wieder benötigt werden. Alle anderen Unterlagen sind in einer Hängeregistratur gut aufgehoben, weil man damit direkt den Inhalt vor Augen hat. Ordner benötigen mit 13 Handgriffen viel zu viel Zeit. Dann noch eine To-do-Liste auf den Schreibtisch oder ins elektronische System.

Wie schnell schafft man es, ein ordentlicher Mensch zu werden?

Beckers: Sich ein neues Ordnungssystem zuzulegen hat etwas damit zu tun, Gewohnheiten zu verändern. Gewohnheiten sind wie Trampelpfade im Gehirn, die man ungern verlässt. Es gibt so eine wissenschaftliche Zahl: Eine Gewohnheit zu verändern bedeutet, sie mindestens 21 Mal neu zu machen, bis sich so etwas wie ein neuer Trampelpfad bilden kann. Man sollte sich auf jeden Fall nicht überfordern und mit kleinen Dingen anfangen, sonst verliert man schnell die Motivation.

 

„Das Geheimnis von Ordnung: Jeder Gegenstand sollte seinen Platz im Haus haben“

Autor: Viola Gräfenstein stellte die Fragen.

 


 

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